Gipfelbuch - Details
Piz Palü, 3901 m.ü.M.
Stephan Wiesner (Tourengänger)
11.08.2010, 21:03
1926 mal angezeigt
Gipfelinformationen
CH - Graubünden
793850 | 139410 (Schweiz)
46:22:41:N | 9:57:31:E
46:22:41:N | 9:57:31:E
1277 Piz Bernina
Routeninformationen
[Tourenführer-Version vom: 29.07.2010, 14:20]
O-W Traversierung (
Berg-/Hochtour (Sommer))
Vom Berghaus Diavolezza geht man auf Pfadspuren erst westlich unter dem Sass Queder, anschliessend östlich unter dem Piz Trovat durch, um die dahinterliegende Fuorcla Trovat zu erreichen. (WICHTIG! nicht dem blauweiss markiertem Weg auf den Trovat-Gipfel folgen, sondern vorher Traverse am Beginn des Aufstieges fortsetzen!) Auf Moränenschutt zum Persgletscher hinab, dessen linkes Ufer bis zum Cambrena-Eisbruch aufwärts verfolgt wird. Der Eisbruch wird, abhängig von den herrschenden Verhältnnissen (manchmal sehr kompliziert und ev. mit Leitern versehen), meist auf der Cambrena-Seite überwunden, nach der flachen Passage des "Schnapsbödeli" den breiten Hang (Spalten!) hinauf zur Schulter im Ostgrat. Entlang des Grates oder leicht darunter auf den Ost-Gipfel, der durch einen schmalen Schneegrat mit dem Haupt-Gipfel verbunden ist. Vor allem in diesem Bereich sind oft grosse Wächten vorhanden. Auch beim Uebergang zum West-Gipfel ist den Wächten Aufmerksamkeit zu schenken (im Zweifelsfall eher südlich halten!). Vom W-Gipfel (Piz Spinas) auf dem Felsgrat oder leicht südlich darunter -aber ja nicht zu tief in die Flanke-zur Fuorcla Bellavista am Beginn der gleichnamigen Terrasse. Verfolgt man diese westwärts (mit etwas Abstieg am Ende), gelangt man zur Fuorcla Crast`Agüzza mit der dahinterliegenden Marco e Rosa-Hütte, von wo aus der
Spallagrat auf den
Piz Bernina leitet.Will man die Tour an der Fuorcla Bellavista abbrechen so kann man über die
Fortezza nach Morteratsch gelangen oder zur Diavolezza zurückkehren. [Autoren]
932 m
Verhältnisinformationen
08.08.2010
3 Person(en)
ja
Sehr gut. Fester Firn, nur sehr wenig Eis im Grat.
Keine Lawinen am Sonntag (kalt). Am Vortag aber reichlich.
Doppeltour:
Piz Bernina:
http://www.hikr.org/tour/post26502.html
Piz Palü
http://www.hikr.org/tour/post26504.html
Stell Dir vor, es ist Sonntag, der Wetterbericht hat gutes Wetter angekündigt und Du stehst alleine auf dem Piz Palü. Hey, soo schön!
Aber zunächst sind wir um 04:15 alleine von der Hütte abmarschiert. Die erste Stunde kannten wir schon vom Vortag und so sind wir gut voran gekommen. 1:15 bis zum Einstieg in den Grat. Kalt war es und windig. Das wurde aber mehr als ausgeglichen, von dem herrlichen Sonnenaufgang und dem Gefühl. Einer der schönsten Bergmorgen, die ich je erlebt habe: Man geht auf das Morgengrauen, dann die Sonne zu und man geht nicht auf weiter Fläche, sondern traversiert unter der imposanten Eiswand des Bellavista. Tipp: Unbedingt hinten gehen. So schön, die Vordermänner als Silhouette vor einem zu sehen… Und einsam. Wir waren ganz alleine unterwegs, heute sollte uns der Palü allein gehören. Das erhöht die Gefühle natürlich wesentlich gegenüber dem Marschieren in einer langen Kolonne von Seilschaften. Unten auf dem Gletscher konnten wir die Glühwürmchen der ersten Seilschaften im Zustieg von der Diavolezza sehen, fast 1000m unter uns. Ausser dem Knirschen unserer Schritte und dem Wind in der Kapuze war nichts zu hören. Berge können so schön sein J
Der Grat ist eine sehr schöne Kletterei im II Grad. Die Steigeisen stören nicht grossartig, überall hat es Schnee und noch ein wenig Eis. Ich habe dreimal meinen 2er Friend gesetzt, ein paar Schlingen, sonst konnte man wunderbar an Zacken sichern. Wieder ein viel zu kurzer Grat, wenn es nicht so kalt geweht hätte, wir wären am liebsten noch mal gegangen.
(Für Tipps für richtig lange Grate im II-III Grat bin ich dankbar)
Hat man die Kletterei hinter sich, steht man in wenigen Minuten auf dem ersten Gipfel des Palü. Die Sonne war inzwischen voll da und wir hatten eine traumhafte Aussicht. Sehr schnell zogen allerdings Wolken auf und als wir wenige Minuten später auf dem Ostgipfel (noch mal ein schmaler Firngrat) ankamen hat es schon geschneit. Unter uns konnten wir jetzt die ersten Seilschaften im Aufstieg über die Direktroute von der Diavolezza sehen.
Aufgrund des Wetterumschwungs sind wir schnell abgestiegen, vorbei an ca. 20 Seilschaften. Trotz der sicher 40 Grad (?) Steigung am Gipfel kamen da Gruppen mit Wanderstöcken statt Pickeln, zu fünft am langen Seil, etc. Der Gipfelanstieg vom Skidepot hatte sehr schön festen Firn, man hat aber schon Eis durchschimmern sehen. Je nach Sonnenwirkung die nächsten Tage könnte es noch heikel werden.
Abstieg zur Diavolezza durch imposante Spalten (siehe Bilder und GPS Track im Anhang).
Gesamtzeit: 6.5 Std.
Da hat es trotz schneller Dusche unserer weiblichen Begleitung noch für die 11:00 Bahn gereicht. Der Heimweg von der Station bis Belp war nur unwesentlich länger als die gesamte Tour….
Luzern, 9.8.2010
Stephan Wiesner
Piz Bernina:
http://www.hikr.org/tour/post26502.html
Piz Palü
http://www.hikr.org/tour/post26504.html
Stell Dir vor, es ist Sonntag, der Wetterbericht hat gutes Wetter angekündigt und Du stehst alleine auf dem Piz Palü. Hey, soo schön!
Aber zunächst sind wir um 04:15 alleine von der Hütte abmarschiert. Die erste Stunde kannten wir schon vom Vortag und so sind wir gut voran gekommen. 1:15 bis zum Einstieg in den Grat. Kalt war es und windig. Das wurde aber mehr als ausgeglichen, von dem herrlichen Sonnenaufgang und dem Gefühl. Einer der schönsten Bergmorgen, die ich je erlebt habe: Man geht auf das Morgengrauen, dann die Sonne zu und man geht nicht auf weiter Fläche, sondern traversiert unter der imposanten Eiswand des Bellavista. Tipp: Unbedingt hinten gehen. So schön, die Vordermänner als Silhouette vor einem zu sehen… Und einsam. Wir waren ganz alleine unterwegs, heute sollte uns der Palü allein gehören. Das erhöht die Gefühle natürlich wesentlich gegenüber dem Marschieren in einer langen Kolonne von Seilschaften. Unten auf dem Gletscher konnten wir die Glühwürmchen der ersten Seilschaften im Zustieg von der Diavolezza sehen, fast 1000m unter uns. Ausser dem Knirschen unserer Schritte und dem Wind in der Kapuze war nichts zu hören. Berge können so schön sein J
Der Grat ist eine sehr schöne Kletterei im II Grad. Die Steigeisen stören nicht grossartig, überall hat es Schnee und noch ein wenig Eis. Ich habe dreimal meinen 2er Friend gesetzt, ein paar Schlingen, sonst konnte man wunderbar an Zacken sichern. Wieder ein viel zu kurzer Grat, wenn es nicht so kalt geweht hätte, wir wären am liebsten noch mal gegangen.
(Für Tipps für richtig lange Grate im II-III Grat bin ich dankbar)
Hat man die Kletterei hinter sich, steht man in wenigen Minuten auf dem ersten Gipfel des Palü. Die Sonne war inzwischen voll da und wir hatten eine traumhafte Aussicht. Sehr schnell zogen allerdings Wolken auf und als wir wenige Minuten später auf dem Ostgipfel (noch mal ein schmaler Firngrat) ankamen hat es schon geschneit. Unter uns konnten wir jetzt die ersten Seilschaften im Aufstieg über die Direktroute von der Diavolezza sehen.
Aufgrund des Wetterumschwungs sind wir schnell abgestiegen, vorbei an ca. 20 Seilschaften. Trotz der sicher 40 Grad (?) Steigung am Gipfel kamen da Gruppen mit Wanderstöcken statt Pickeln, zu fünft am langen Seil, etc. Der Gipfelanstieg vom Skidepot hatte sehr schön festen Firn, man hat aber schon Eis durchschimmern sehen. Je nach Sonnenwirkung die nächsten Tage könnte es noch heikel werden.
Abstieg zur Diavolezza durch imposante Spalten (siehe Bilder und GPS Track im Anhang).
Gesamtzeit: 6.5 Std.
Da hat es trotz schneller Dusche unserer weiblichen Begleitung noch für die 11:00 Bahn gereicht. Der Heimweg von der Station bis Belp war nur unwesentlich länger als die gesamte Tour….
Luzern, 9.8.2010
Stephan Wiesner





