Gipfelbuch - Details

Pockkogel, 2807 m.ü.M.

Abo-User  AndréTT (Tourengänger)
19.06.2012, 23:43
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Detail


Gipfelinformationen

A - Tirol
Google Karten anzeigen
47:11:51.6:N | 11:2:33.6:E
Kompass 43, Ötztaler Alpen

Routeninformationen
[Tourenführer-Version vom: 19.06.2012, 23:43]

Anfahrt:
Von der Abfahrt Ötztal der A12-Inntalautobahn kommend im Kreisverkehr von Ötz links die Paßstraße nach Kühtai hinauf. Auf dem Paß (2017 m) befindet sich linker Hand die Dortmunder Hütte des DAV. Rechts liegt der untere Stausee, der Speicher Längental.
Zustieg:
vom Paß die Paßstraße bis zum Sport Seppl auf rechter Straßenseite. Dort rechts abbiegen links am Hotel "Edelweiß" vorbei weglos über den Skihang zur Dreiseenhütte (2350 m) in 45 Minuten. Von dort dem Markierungspfeil „Gaiskogel“ und „Klettersteig“ folgt man in Richtung Gaiskogelsattel ins Kar hinauf. Rechts unterhalb des Pfades liegt oberer Plenderless-See, welcher noch zugefroren war. Nach 20 Minuten kommt man an einem Felsstein vorbei, wo mit weißer Farbe „Klettersteig“ drauf geschrieben steht und nach rechts weg weist. Von dort ist man in 10 Minuten am Einstieg im Wandfuß. Zur Orientierung: Der Einstieg (2570 m) befindet sich nicht am tiefsten Punkt des Wandfußes, sondern links davon ca. 50 m höher.
Hauptschwierigkeit liegt im ersten Abschnitt in der Kontinuität der Schwierigkeit C/D und zwei luftige, kraftraubende Steilstufen. Anfangs geht es durch schrofiges Gestein hinauf zur „Gaudiwand“ (steil, D). Ständig dann weiter aufwärts bis zu einem Plattenpfeiler. Erste Ausruhmöglichkeit gibt es danach auf einem Absatz, dem „Frühstücksplatzerl“ (2640 m). Nach einer ungesicherten Überquerung einer Minischlucht ist schließlich die Schlüsselstelle zu überwinden: ein leicht überhängendes Felsstück mit Trittbügeln (E). Der Ausstieg führt zu einem Bergsattel. Zuvor zweigt man jedoch rechts zur nächsten Felswand, zu der man in 10 Minuten auf einem Wanderpfad, bzw. über das Schneefeld gelangt.

Im zweiten Abschnitt begegnen einem Schwierigkeiten zwischen B und C. Nach dem steilen 30 m hohen Einstieg (2690 m) führt eine Querung links hin zu einem kleinen, luftig montierten Skilehrer-Holzbänkle, dem „Parkplatz“. Danach folgt ein kurzes Gehstück nach dem Durchschlupf. Anschließend steigt man in leichter Kletterei (B) auf den Grat. Über diesen südseitig etwas hinab bis zu einer schrägen Plattenzone (Reibungskletterei B) und weiter zu einem steilen Kamin (C/D), den man mit Spreiztechnik und natürlichen Tritten und Griffen zu meistern hat. Danach wechselt der Steig wieder auf die Nordseite, wo man kurz unterhalb des Gipfels noch einmal kleinen, aber kräftigen, steilen und abschließend leicht überhängenden Wandaufbau vor sich hat (D/E). Dauer der Klettertour: knapp 3 Stunden.

Abstieg über den rot markierten Normalweg zum / vom Pockkogel. Anfangs hinab in die Pockkogel-Scharte, dann westlich (rechts) hinab ins Kar und zum Wanderweg am oberen Stausee, dem Speicher Finstertal. Vorhandene Firnfelder boten sich zum "Abfahren" an. Vom östlichen Ende der Staumauer führt ein markierter Wanderweg, die Serpentinen der Zufahrtstraße abkürzend hinunter zur Talstation des Dreiseen-Sessellifts. Gesamte Abstiegsdauer vom Gipfel: 1,5 Stunden. [Autoren]
800 m
schwer
3.0 h
    Keine ÖV-Haltestellen hinterlegt

    Verhältnisinformationen

    17.06.2012
    2 Person(en)
    ja
    zum Tourenbeginn um 08:00 Morgensonne, klarer Himmel, aber kein Südfön mehr. Darum kam zwischen 11.00 und 12.30 zeitweise Mittagsnebel auf, so daß die Sicht stellenweise zum Gipfel verhindert war.
    Idealer und kostengünstiger Stützpunkt ist die geräumige Dortmunder Hütte des DAV, zu der man direkt mit dem Auto gelangen kann. Phantastisch ist das SB-Büfett zum Frühstück. Freundlich die Hüttenbewa(i)rtung. Da das Skigebiet klein, das Wandergebiet offenbar nicht sehr bekannt ist, war die Hütte trotz bestem Wander- und Steigwetter am Wochenende ungewohnt leer mit einem ruhigen Matratzenlager für uns ganz alleine.
    Wettervorhersage für Pockkogel (Quelle: meteomedia.de)
    Im nordseitig gebauten Steig wird vieles abverlangt: hohe Lage, Firnfelder im Zustieg, Sicherungsseil teilweise verschneit, luftig knackige Einzelstellen, abwechslungsreiche und geschickte Routenführung, oben sonnige Gratkletterei, Panorama-Blick bis hin zur Wildspitze, im Norden den Wetterstein und die Lechtaler Alpen, wenn‘s nicht gerade zuzieht. Großartiges Erlebnis für Bergerfahrene. Eine Ausstiegsmöglichkeit gibt es allerdings unterwegs nicht. Auf den wenigen ungesicherten Passagen ist unbedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich. Compagnon Philipp kämpfte sich wacker da durch. Für jemandem seinen 5. KS: Hochachtung, auch wenn ich seine innerlichen Flüche...
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